Ab Oktober haben Patienten Anspruch auf einen Medikationsplan

Gefährliche Risiken und Wechselwirkungen
Ältere Menschen benötigen oft viele Tabletten, Pillen und Tropfen. Dabei kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Ab Oktober haben Patienten, die täglich mehr als drei Medikamente nehmen müssen, Anspruch auf einen Medikationsplan.

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© imago/Hans-Günther Oed
Je mehr Medikamente Patienten einnehmen, desto größer ist das Risiko, dass diese untereinander reagieren. Dabei kann es zu unerwünschten und sogar gefährlichen Wechselwirkungen kommen, beispielsweise Schwindel, Zittern oder Verwirrtheit. Auch frei erhältliche Mittel, etwa Kalzium oder Johanniskraut, können die Wirkung von Medikamenten verändern.
Beim Arzt anfordern
Ab Oktober haben Patienten, die täglich drei oder mehr rezeptpflichtige Arzneimittel einnehmen müssen, das Recht, bei ihrem behandelnden Arzt – in der Regel ihrem Hausarzt – einen Medikationsplan anzufordern. Dieser wird von Fachärzten und Apothekern ergänzt. Den Medikationsplan gibt es zunächst nur auf Papier. Mit Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollen die Medikamente auch digital erfasst werden. Jeder Vertragsarzt ist verpflichtet, seine Patienten über diese Leistung zu informieren.
Ziel des Medikationsplans ist es, Wechselwirkungen zu vermeiden und die Patienten bei der richtigen Einnahme der Medikamente zu unterstützen. Erfasst werden die verordneten und alle weiteren Arzneimittel. Der Plan enthält Informationen zur Einnahme, zur Dosierung und zum Wirkstoff.
Patienten, die sich nach dem Arztbesuch nicht mehr an die Einnahmeverordnung erinnern können, dient der Plan als Gedächtnisstütze. Auch bei einem Wechsel des Medikaments kann die schriftliche Dokumentation hilfreich sein. Denn gerade ältere Patienten sind oft irritiert, wenn sie ihr gewohntes Arzneimittel plötzlich von einem anderen Hersteller bekommen, weil ihre Krankenkasse einen neuen Rabattvertrag geschlossen hat. Und nicht zuletzt kann die Anzahl der Medikamente reduziert werden. Viele ältere Menschen nehmen ihre Pillen, Tabletten und Tropfen weiter, auch wenn sie diese nicht mehr benötigen. Hat der Arzt die Übersicht, weiß er, welche Arznei abgesetzt werden kann.
Einige Ärzte und Apotheken bieten chronisch Kranken bereits seit vielen Jahren einen solchen Service an. So können sie kontrollieren, ob etwa ein neu verordnetes Arzneimittel Probleme bereiten könnte.

 

 

Quelle:Sozialverband VdK Deutschland e.V.