Spiegeltherapie bei entzündlich-rheumatischen Schmerzen

Potenzial und Grenzen
Quelle: springermedizin.de

Zusammenfassung
Hintergrund
Die Spiegeltherapie verringert chronisches Schmerzerleben und könnte auch für die Behandlung überwiegend entzündlicher rheumatischer Schmerzen geeignet sein.
Ziel der Arbeit
Auf Basis von Literaturbefunden sollen a) die universellen Veränderungen in Bezug auf die Körperwahrnehmung und -repräsentation bei chronischen Schmerzen charakterisiert, b) der mögliche Wirkmechanismus der Spiegeltherapie aufgezeigt und c) die Erfolgsaussichten bei der Behandlung entzündlich-rheumatischer Schmerzen diskutiert werden.
Material und Methoden
Es erfolgte eine Literaturrecherche zu Effektivität und Wirkmechanismus der Spiegeltherapie sowie abgeleiteten Verfahren zur potenziellen Behandlung entzündlich-rheumatischer Schmerzen.
Ergebnisse
Die Spiegeltherapie kann chronische Schmerzen reduzieren, indem sie die assoziierten Veränderungen in der Körperwahrnehmung sowie die zentrale Repräsentation des Körpers durch multimodale sensorische Stimulation korrigiert. Da diese Veränderungen vermutlich auch bei entzündlich-rheumatischen Schmerzen stattfinden, könnte die Spiegeltherapie auch hier positive Effekte haben. Jedoch erschwert die Art der Erkrankung, einhergehend mit motorischen Einschränkungen und Bewegungsschmerzen, die Durchführung der Spiegeltherapie.
Schlussfolgerungen
Die Spiegeltherapie stellt eine nebenwirkungsarme Intervention dar, die vermutlich positive Effekte auf das Schmerzerleben von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben kann. Weitere klinische Forschung ist jedoch nötig, um das Potenzial der Spiegeltherapie und verwandter Methoden für die Behandlung entzündlich-rheumatischer Schmerzen abschätzen zu können.
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Diese Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Reinhart-Koselleck-Projekt „Körperrepräsentation und sensomotorische Funktionen modulieren die Reorganisation des Gehirns und Verhaltensänderungen: vom chronischen Schmerz zur lmmobilität und Demenz“, FL 156/41-1) und den Europäischen Forschungsrat (Phantomphänomene: ein Fenster zu Geist und Gehirn [PHANTOMMIND], ERC Grant Agreement No. 230249) unterstützt (beide Projekte an Herta Flor).
Schlüsselwörter: Rheumatische Erkrankungen – Therapie – Literaturrecherche – Körperwahrnehmung – Körperrepräsentation

(Quelle: springermedizin.de)